Banken kündigen massenweise Girokonten

Für die meisten, arm oder reich, ist das Girokonto eines der wichtigsten Bestandteile des Alltags. Wer sein Girokonto verliert, kann schnell in enorme Schwierigkeiten in allen Lebenslagen, von der Mietzahlung bis zum Lebensmittelkauf, geraten. Aber gerade vor dieser Katastrophe stehen im Augenblick viele Haushalte. Banken schicken gerade eine unerwartet hohe Anzahl von Kündigungsschreiben heraus, in denen sie betroffenen Kunden mitteilen, dass ihr Girokonto unwiderruflich geschlossen wird. Dabei handelt es sich nicht um eine plötzliche Massenansammlung von Verstößen der Kunden, sondern um eine neue EU-Verordnung, über die sich die meisten noch nicht im Klaren sind. 

Wichtiges Schreiben ignoriert 

Allein in der Sparkasse in Saale sind mehr als 500 Kunden betroffen, die plötzlich ohne Girokonto dastehen, nachdem ihnen dieses gekündigt wurde. Der Grund ist, dass sie einer Aufforderung zur Zustimmung zu einer Änderung der AGB der Bank nicht nachgekommen sind. Bisher wurden AGB-Änderungen von den Banken lediglich an die Kunden verschickt, die dabei nicht handeln mussten, solange sie mit den neuen Bedingungen einverstanden waren. Gemäß einer EU-Verordnung müssen aber seit zwei Jahren die Bankkunden ihr Einverständnis explizit aussprechen und schriftlich an die Bank weiterleiten. Dabei wurden im Laufe des letzten Jahres Schreiben von allen Banken und Sparkassen in Deutschland an ihre Kunden herausgeschickt, die aber von vielen als Reklame missverstanden und deshalb ignoriert wurden. 

Verbraucherschutz mahnt zur sofortigen Handlung 

Verbraucherverbände in allen Bundesländern berichten zurzeit von einem Massenphänomen in Kündigungsschreiben von Banken und Sparkassen. Sie mahnen deshalb alle Betroffenen, sofort zu handeln und Widerspruch gegen die Schließung des Girokontos einzulegen, um in der Zwischenzeit ihr Einverständnis zu hinterlegen oder eine neue Bank zu finden. Mehrere Banken und Sparkassen haben ihren Kunden auch eine letzte Möglichkeit angeboten, das Einverständnis bis Februar bei den örtlichen Filialen vorzulegen. Verbraucherschützer weisen auch darauf hin, dass Banken zwar das Recht haben, Girokonten zu kündigen, dabei müssen sie allerdings den betroffenen Kunden ein Basiskonto anbieten, damit diese ihren finanziellen Verpflichtungen weiter nachkommen können. 

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  • Unsere Welt wird immer verrückter. Ich bekam auch ein solches Schreiben in dem mir angekündigt wurde, dass die Kosten für die EC Karte steigen Wenn ich dem nicht zustimme , dann kann ich kein Geld mehr vom Automaten abheben ,oder mit der Karte bezahlen.
    Das sind Druckmittel der Banken um Gebühren durchzusetzen . Da bleibt im Grunde nichts anderes, als die Bank zu wechseln.
    Wenn das Bargeld abgeschafft werden würde, hätten uns die Banken voll im Griff . Könnten Gebühren nach Lust und Laune erhöhen und wir als Kunden könnten dagegen nichts machen.

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Alexander Grünstedt