„Angespannte“ Lage im Gesundheitssystem: Mithilfe aus Bevölkerung notwendig

Die ausgeprägte Erkältungswelle in Deutschland sorgt für einen unerwarteten Mangel. Bundesweit melden die Blutbanken einen sinkenden Bestand an lebenswichtigen Blutreserven.

Deutschland erlebt aktuell eine besonders starke Erkältungs- und Atemwegserkrankungswelle, die das Gesundheitssystem in vielen Regionen vor Herausforderungen stellt. Neben deutlich zurückgehenden Blutspenden warnen Klinikvertreter vor einer angespannten Lage. Experten betonen, dass mehrere Faktoren zusammenwirken, darunter saisonale Infekte, Corona- und Grippeviren sowie winterliche Bedingungen.

Bundesweite Knappheit bei Blutkonserven

Die Blutreserven in deutschen Kliniken sind in den vergangenen Wochen „deutlich gesunken“, wie das Universitätsklinikum Leipzig berichtet. Besonders kritisch ist die Versorgung mit Blutgruppe 0 Rhesus positiv. Die fortdauernde Erkältungswelle lässt viele potenzielle Spender ausfallen, da selbst leichte Infekte vor einer Spende ausschließen. Regionale Blutspendedienste können sich derzeit kaum gegenseitig unterstützen, weil der Mangel „überall“ spürbar sei. Täglich werden etwa 15 000 Blutkonserven für Operationen, Unfallopfer und die Behandlung schwerer Krankheiten benötigt. Allerdings spenden nur rund 3 Prozent der Bevölkerung regelmäßig, obwohl theoretisch bis zu 33 Prozent spendefähig wären.

Infektionslage in den Bundesländern

Die Erkältungswelle trifft alle Bundesländer, jedoch zeigen sich regionale Unterschiede in Symptomen, Fallzahlen und Gesundheitsauslastung:

Nordrhein-Westfalen: Hausarztpraxen berichten von vollem Wartezimmer und einer Mischung aus Erkältungen und grippalen Infekten. Ärzte raten zu Vorsichtsmaßnahmen wie Maskentragen in Praxisräumen, um Abläufe zu entlasten.

Baden-Württemberg und Bayern: Kliniken wie das Universitätsklinikum Freiburg rufen ebenfalls zur Blutspende auf, da der Rückgang der Spender insbesondere durch saisonale Infekte verstärkt wird.

Hamburg und Schleswig-Holstein: Laut aktuellen Gesundheitsberichten sind dort ebenfalls hohe Zahlen respiratorischer Erkrankungen zu beobachten, wobei Rhinoviren und Influenzaviren dominieren.

Berlin und Brandenburg: Hier zeigen die Daten des Bundesministeriums für Gesundheit, dass die Kombination aus Corona-, Grippe- und RSV-Infektionen für eine erhöhte Belastung der Arztpraxen sorgt.

Virusmix: Erkältung, Grippe und Corona

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts sind Millionen Menschen derzeit von akuten Atemwegserkrankungen betroffen. Rhinoviren, Coronaviren und Parainfluenzaviren werden als Hauptverursacher identifiziert. Die Symptome überschneiden sich häufig, was Diagnosen und Behandlung erschwert.

Winterkombination wird zur Belastung des Gesundheitssystems

Die Kombination aus hoher Infektionsrate, sinkender Spendenbereitschaft und winterlichen Bedingungen setzt Kliniken und Blutbanken stark unter Druck. Regionale Unterschiede bestehen, doch die Notwendigkeit für mehr gesunde Blutspender und Präventionsmaßnahmen bleibt bundesweit bestehen.

Kommentare anzeigen

  • Komisch … noch kein Kommentar…
    Naja irgendwann wird es der Rest der denkenden Bevölkerung wohl auch erkennen das 1+1=2 sind.

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Sara Breitner