

Der Süden Spaniens steht in Flammen: Tausende Menschen wurden evakuiert. Nun haben die Behörden eine erschütternde Mitteilung veröffentlicht: Mindestens zwölf Menschen sind ums Leben gekommen, und bei den meisten von ihnen handelt es sich vermutlich um Urlauber.
Einige der ehemals schönsten Gegenden Almerías sind kaum noch wiederzuerkennen: Die beliebte südspanische Provinz erlebt einen der schlimmsten Waldbrände seit Beginn der Aufzeichnungen. Eine Feuerwand, die noch nicht unter Kontrolle gebracht werden konnte. Gestern wurde bekannt, dass es mehrere Opfer gegeben hat.
Zwölf Menschen sterben in spanischer Flammenhölle
Sie starben bei dem Versuch, vor den Flammen zu fliehen: Mindestens vier der Opfer waren britische Urlauber. Ihr Auto mit dem Lenkrad auf der rechten Seite wurde ausgebrannt am Straßenrand gefunden. Die übrigen Opfer gehörten zu einer neunköpfigen Wandergruppe, die ihre Fahrzeuge in einer dünn besiedelten Gegend geparkt hatte. Unter der Gruppe sollen sich mehrere Belgier befinden. Der Regionalpräsident von Andalusien, Juan Manuel Moreno, hegt die schreckliche Vermutung, dass sie ihr Leben verloren haben, als sie versuchten, das Gebiet auf einem anderen Weg als der empfohlenen Evakuierungsroute zu verlassen. „Die Missachtung der Empfehlungen der Rettungskräfte hat vermutlich zu der hohen Zahl von Todesopfern geführt“, sagte er. Nur zwei Mitglieder der Gruppe konnten lebend gerettet werden.
Wie die FAZ berichtet, galten gestern Nachmittag noch weitere 23 Menschen als vermisst.
„Als wäre hier eine Bombe explodiert“
Das Feuer war am Donnerstagnachmittag in der Region Los Gallardos entstanden und breitete sich rasch über Hänge aus, die mit Bäumen und Sträuchern bewachsen und aufgrund der jüngsten Hitzewelle extrem trocken waren. Als Ursache wird eine abgerissene Stromleitung vermutet. „Es sieht aus, als wäre hier eine Bombe explodiert. Das Feuer ist noch nicht unter Kontrolle“, erklärte der Bürgermeister von Los Gallardos, Francisco Miguel Reyes, in einer Stellungnahme.
Bis gestern Abend brannten rund 3.200 Hektar. 500 Rettungskräfte und 16 Löschflugzeuge sind im Einsatz. Doch aufgrund der großen Hitze, der anhaltenden Trockenheit und der Winde breitet sich das Feuer weiterhin aus. Wie RTL berichtet, bereitet sich auch die Stadt Valencia auf den Angriff der Flammen vor. Die Bäume im Naturpark werden aktuell intensiv bewässert, in der Hoffnung, feuchte, sichere Korridore zu schaffen.
Urlauber aufgepasst: Wann Sie Ihren Reiseveranstalter kontaktieren sollten
Nicht nur in Almería wüten die Flammen. Auch aus Südfrankreich (in der Nähe von Perpignan), von der Costa Brava (im Landesinneren) und aus dem Norden Portugals wurden kürzlich großflächige Brände gemeldet. Urlaubern, die in den kommenden Tagen eine Reise in diese Regionen geplant hatten, wird empfohlen, sich bei ihrem Reiseveranstalter oder ihrer Unterkunft zu erkundigen.
Aufgrund der extremen Hitze können Waldbrände sehr schnell entstehen. Urlaubern wird dringend empfohlen, im Notfall unbedingt die Anweisungen der Behörden zu befolgen und außerdem stets die örtlichen Sicherheitsvorschriften genau zu beachten, die festlegen, wo geraucht, Feuer gemacht oder das Fahrzeug geparkt werden darf.