

Amazon ist immer noch der beliebteste Onlinehandel in Deutschland und unabhängig davon, was man braucht, in den meisten Fällen kann es auf der Plattform gefunden werden. Der amerikanische Internetriese macht in Deutschland einen Jahresumsatz von etwa 40 Milliarden Euro, und besonders wichtig sind hier die 17 Millionen Prime-Kunden, die einen jährlichen Beitrag zahlen, um freien Versand und den Streamingservice mit dem gleichen Namen nutzen zu können. Jetzt will Amazon offensichtlich gerade die Anzahl der Streamingkunden erhöhen, denn wer ohne ein Prime-Abonnement bei dem Onlinehändler einkauft, muss künftig entweder mehr shoppen, oder mehr an Versandkosten zahlen.
Mindestbestellwert drastisch erhöht
Wer bisher bei Amazon eingekauft hat, konnte bei einer Summe von über 39 Euro seinen Versand kostenlos erhalten. Genau diese Regel hat Amazon still und heimlich verändert, und wer jetzt die lästigen Versandkosten von mindestens 3,99 Euro pro Artikel umgehen möchte, muss 10 Euro mehr zahlen. Die Erhöhung des Mindestbestellwerts auf 49 Euro wurde nicht vorab bekannt gegeben und ist auch erst seit Neuem auf der Website des Onlinehändlers vermerkt. Warum der streng heimlich gehaltene Preisanstieg vorgenommen wurde, ist nicht bekannt und er wurde auch nicht von Amazon kommentiert.
Amazon testet Verbraucher
Verbraucherorganisationen und ‑fachzeitschriften gehen vorerst davon aus, dass Amazon mit dem neuen Mindestbestellwert die Kunden testen will. In der Vergangenheit hatte der Onlineriese mehrmals plötzlich und unerwartet den Schwellenwert erhöht, vermutlich um zu sehen, wie sich die Veränderung auf das Kaufverhalten der Kunden auswirkt. Dabei wurde im Laufe des letzten Jahres der Mindestbestellwert bis auf 59 Euro erhöht, dann aber nach wenigen Wochen stillschweigend zurückgenommen. Allerdings besteht auch die Befürchtung, dass Amazon es in diesem Fall ernst meint, denn die Kosten für Logistik und Transport sind im Laufe der letzten Jahre stark angestiegen. Zudem hat Amazon gerade der Gattin des amerikanischen Präsidenten Donald Trump rund 75 Millionen US-Dollar für ihren autobiografischen Film „Melania“ bezahlt, der bisher nur 16 Millionen US-Dollar eingespielt hat. Dieser Verlust muss wohl jetzt anderweitig beglichen werden.