

Schon bald werden Millionen von Verbrauchern vor verschlossenen Türen stehen, wenn sie ihren Wocheneinkauf erledigen wollen. Der Grund: Eine ganze Supermarktkette mit Hunderten von Filialen muss schließen.
Ein riesiger Mutterkonzern und ein Name, den jeder kennt – wie sich herausstellt, sind diese Dinge kein Garant für Erfolg. Wie heute bekannt gegeben wurde, wird die Supermarktkette Tegut bald vollständig aus Deutschland verschwinden.
Tegut hat eine lange Geschichte in Deutschland
340 Filialen und 7400 Mitarbeiter – obwohl Tegut nicht zu den größten Ketten gehört, hat sie sich eine beachtliche Präsenz aufgebaut. Tegut-Filialen gab es einfach schon immer, was kein Wunder ist, denn die erste wurde 1947 in Hessen eröffnet. Doch nun ist Schluss: Wie sich herausstellt, hat der Bio-Supermarkt schon seit Jahren erhebliche Verluste gemacht.
Wie die BILD schreibt, machte Tegut im Jahr 2024 Verluste in Höhe von rund 60 Millionen Euro. 2025 sah es nach einem sorgfältigen Umstrukturierungsprozess mit nur 29 Millionen Euro Verlust etwas besser aus, aber im Laufe der Jahre ist die Supermarktkette schätzungsweise um bis zu 600 Millionen Euro in die roten Zahlen gerutscht. Keine Zahl, die man einfach übersehen kann. Jetzt soll Schluss sein.
Das passiert jetzt mit den Tegut-Filialen
Der Schweizer Einzelhandelsriese Migros, der die Tegut-Kette 2013 übernommen hatte, gab heute bekannt, dass 2026 das Ende von Tegut in Deutschland bedeuten wird. In den kommenden Monaten werden alle Filialen geschlossen. Die gute Nachricht für die Verbraucher: Für viele gibt es bereits einen Käufer.
Etwa die Hälfte der ehemaligen Tegut-Filialen, die Betreibergesellschaft Smart Retail Solutions sowie das Tegut-Logistikzentrum in Michelsrombach und die Bäckerei Herzberg werden von Edeka übernommen. Weitere Filialen sollen an Rewe verkauft werden. Beide Verkäufe müssen noch vom Kartellamt genehmigt werden, wie die Lebensmittelzeitung berichtet. Für den Rest laufen laut Migros Verhandlungen mit anderen Einzelhandelsketten.
Das Ende von Tegut
Aber warum konnte die Supermarktkette keinen Erfolg erzielen? Ist es heutzutage nicht gerade Trend, immer mehr Bio-Lebensmittel zu kaufen? Laut Migros ist der Wettbewerbsdruck hierzulande einfach zu groß. Insbesondere Aldi und Lidl seien „extrem aggressive Konkurrenten“, so Migros-CEO Patrik Pörtig.
Ein trauriges Ende also für den deutschen Supermarkt mit seiner fast 80-jährigen Geschichte. Aber zumindest werden die Filialen nicht lange leer stehen, und Edeka hat bereits bestätigt, dass es auch die Mitarbeiter von Tegut in den übernommenen Filialen weiterbeschäftigen wird.