

Mit einer solchen Begegnung dürfte eine Spaziergängerin an der Donau kaum gerechnet haben: Auf einer Wiese zwischen Kirchroth und Oberzeitldorn im niederbayerischen Landkreis Straubing-Bogen entdeckte eine 66-jährige Spaziergängerin eine außergewöhnlich große Schlange. Das mehr als zwei Meter lange Tier lag im Gras und sonnte sich. Weil sofort erkennbar war, dass es sich nicht um eine heimische Art handelte, verständigte die Frau die Einsatzkräfte.
Eine Streife der nahe gelegenen Autobahnpolizei und die Feuerwehr Kirchroth rückten zu dem ungewöhnlichen Fundort aus. Bevor sie sich der Schlange näherten, holten die Einsatzkräfte den Rat einer Reptilienexpertin ein. Diese bestätigte, dass es sich um eine Anakonda und damit um eine Würgeschlange aus Südamerika handelte. Die Begegnung mit dieser hätte für die Frau tötlich sein können.
Für das Einfangen musste die Feuerwehr improvisieren. Eine Mehrzweckbox diente kurzerhand als Transportbehälter. Ein Wasserschieber wurde zum Schlangenhaken umfunktioniert, dicke Lederhandschuhe aus dem Atemschutzbereich sollten vor möglichen Bissen schützen. Trotz der ungewöhnlichen Situation ließ sich das Tier problemlos sichern. Die Anakonda verhielt sich nach Angaben der Feuerwehr ruhig und leistete keinen Widerstand.
Nach dem Einsatz wurde die Schlange in die Reptilienauffangstation nach München gebracht. Dort kann sie fachgerecht versorgt und sicher untergebracht werden. Woher das exotische Tier stammt und wie es auf die Wiese in der Nähe der Donau gelangte, ist bislang nicht geklärt. Die Polizei sucht deshalb nach dem Besitzer. Denkbar ist, dass die Anakonda aus privater Haltung entkommen oder ausgesetzt worden ist. Bestätigt wurde das bisher allerdings nicht. Auch ist unklar, ob es weitere Exemplare in der nahen Umgebung gibt. Deswegen wird unbedingt zur Vorsicht geraten!
Anakondas sind in Südamerika beheimatet und gehören nicht zur heimischen Tierwelt. Sie töten ihre Beute nicht mit Gift, sondern umschlingen sie. Wer in der Natur eine unbekannte oder auffällig große Schlange entdeckt, sollte Abstand halten, das Tier nicht anfassen und Polizei oder Feuerwehr verständigen.