

Der Zustell-Riese DHL liefert an jedem normalen Tag durchschnittlich 7,5 bis 10 Millionen Pakete in Deutschland aus. Ab Ende des Monats werden die Empfänger jedoch eine wesentliche Neuerung im Ablauf feststellen – für die meisten dürfte dies eine willkommene Änderung sein, auch wenn einige die Entwicklung mit Sorge betrachten.
Anfang dieses Monats trat eine neue Regelung bei der Paketzustellung in Kraft: Für Kleinpakete aus Nicht-EU-Ländern mit einem Wert unter 150 Euro fällt nun eine Gebühr von 3 Euro an. Zumindest ist dies der Fall, wenn das Paket nur eine Warenkategorie enthält – beispielsweise Kleidung. Kommt ein Artikel aus einer anderen Kategorie hinzu, etwa Elektronik, fallen weitere 3 Euro an. Für diejenigen, die bei Shein oder Temu bestellen, können sich die Gebühren also schnell summieren. DHL hat nun darauf reagiert.
Mehr Zahlungsmöglichkeiten für Paketempfänger
Da nun deutlich mehr Empfänger Gebühren zahlen müssen, ist es für DHL nicht mehr effizient, nur Bargeld anzunehmen – wie es bisher in weiten Teilen des Landes der Fall war. Die Paketboten müssen mehr Gebühren sammeln und oft Wechselgeld herausgeben – was den Zeitaufwand für jede Zustellung erheblich erhöht. Zudem müssen sie dadurch auch mehr Bargeld mit sich führen, was ebenfalls nicht ideal ist.
Und was ist, wenn ein Empfänger gar kein Bargeld dabei hat? Um all diesen Problemen vorzubeugen, führt DHL nun elektronische Zahlungsmöglichkeiten ein: Ab Ende des Monats können Paketempfänger bundesweit fällige Beträge kontaktlos direkt vor ihrer Haustür bezahlen. Dies gilt nicht nur für Zollgebühren, sondern auch für Nachentgelte und Nachnahmegebühren.
Welche Zahlungsmethoden akzeptiert werden
Für Zollgebühren und Nachentgelte werden Zahlungen per Girocard, Kreditkarte und mobile Zahlungsmethoden (Smartphone/Smartwatch) akzeptiert. Bei Nachnahme ist ausschließlich die Girocard zulässig. Die Zahlungen erfolgen kontaktlos per NFC über den Handscanner der Zustellkraft.
Wie DHL betont, bleibt Bargeld weiterhin eine akzeptierte Zahlungsmethode.
Wie lange wird Bargeld noch als Zahlungsmittel zur Verfügung stehen?
Die gute Nachricht ist also: Auch wenn Sie für Ihre Kleinpakete nun mehr bezahlen müssen, wird die Bezahlung zumindest durch die Erweiterung der Zahlungsmöglichkeiten von DHL an der Haustür vereinfacht. Wie manche jedoch befürchten, könnte es sein, dass – ähnlich wie derzeit bei den Bustickets in vielen Großstädten – Bargeld und kontaktlose Zahlungsmethoden nur für eine begrenzte Zeit gemeinsam akzeptiert werden – und schon bald Bargeld keine Option mehr ist, da es zu aufwendig ist. Dies könnte durchaus ein Fall sein, in dem sich die Bargeldlosigkeit in Zukunft weiter ausbreiten wird.