

Die Welt leidet zurzeit unter einer schweren Ölkrise und besonders Europa ist angeschlagen, weil Klimaschutzmaßnahmen und reduzierte Vorkommen eine Selbstversorgung des Kontinents nicht gewährleisten können. Das Resultat sind hohe Preise an Tankstellen und Zuschüsse für Autofahrer, die aus der bereits überforderten Staatskasse finanziert werden müssen. Dennoch hat Europa viele Ölriesen, die auf globaler Ebene arbeiten und Plattformen auf der ganzen Welt betreiben. Eine dieser internationalen Ölbohrplattformen ist gerade mit 115 Mitarbeitern an Bord unter die Wasseroberfläche gesunken.
Hoffnung für Überlebende nicht aufgegeben
Die Ölplattform infrage befand sich vor der Küste von Gabun und wurde von dem norwegischen Öl- und Gasförderer Borr Drilling unter dem Namen „Prospector 5“ gebaut und betrieben. Laut Angaben des norwegischen Betreibers und der Behörden in Gabun konnten in einer aufwendigen Rettungsarbeit 110 der Besatzungsmitglieder rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Eine Person, ein indischer Staatsangehöriger, konnte nur noch tot geborgen werden. Weitere vier Personen werden vermisst. Eine große Such- und Rettungsaktion ist im vollen Gang, aber laut den Behörden liegt nur eine äußerst geringe Chance vor, die Vermissten lebend aufzufinden. Allerdings besteht der Plattformbetreiber darauf, dass die Hoffnung, die vier vermissten Arbeiter lebend aufzufinden, nicht aufgegeben werden soll. In der Zwischenzeit haben die Nachforschungen nach der Ursache des Unglücks begonnen. Auch die 280.000 Liter Diesel an Bord der Bohrinsel, die jetzt auf dem Meeresgrund vor den afrikanischen Küsten vor Gabun und Kongo liegt, geben den Behörden in Afrika Grund zur Besorgnis.
Naturkatastrophe durch Diesellager
In fast allen bisherigen Bohrinsel-Unfällen, darunter die Deepwater-Horizon-Katastrophe (2001), fuhren neben den menschlichen Verlusten auch erhebliche negative Einwirkungen auf die Natur mit sich. Laut der Geschäftsführung von Borr Drilling hat das Bohren nach Öl noch nicht begonnen und es besteht keine Gefahr, dass Öl aus dem Meeresboden in den Atlantik fließt und die westafrikanische Küstenlandschaft verseucht. Eines der Beine der Plattform sei als Folge einer Belastungsprobe weggebrochen und habe die gesamte Bohrinsel zum Zusammenbruch gebracht. Westafrikanische Behörden überwachen zurzeit die gekenterte Plattform rund um die Uhr, um einen Austritt des Dieselöls, das zum Betrieb der Bohrinsel gelagert wurde, rechtzeitig zu erkennen. Wie das Diesellager geborgen auf dem Meeresboden geborgen werden kann, ist noch nicht entschieden.