NATO-Land hat genug: Angriff auf Russland

Russlands hybride Kriegsführung, die ständigen Luftraumverletzungen und zuletzt auch die Drohneneinschläge in den Nachbarländern zu der Ukraine zehren an den Nerven der NATO‑Länder. An der Ostflanke und der Nordflanke werden die Bedrohungen zunehmend deutlicher und Regierungen sowie die Bevölkerungen der Länder mit einer Grenze zu Russland sind in Alarmbereitschaft. Jetzt hat ein Anrainerland und NATO-Mitglied endgültig genug. Hier will man nicht mehr auf die Verteidigung setzen, sondern auf einen direkten Angriff auf russische Gebiete. Die schwedische Regierung hat deshalb eine konkrete Drohung an Putin gesendet. Im Augenblick wird nämlich die schwedische Luftwaffe darauf vorbereitet, in Zukunft bei russischen Einfällen auf das Territorium des Landes Vergeltungsschläge tief in Russland durchzuführen.

Schluss mit defensiver Haltung 

Laut einem Gespräch mit der schwedischen Tageszeitung „Aftonbladet“ sagte Oberst Carl Bergqvist, Leiter des schwedischen Zentrums für Luftkriegsführung, dass ein Übergriff Russlands auf NATO‑Gebiet in Zukunft „teuer zu stehen“ kommen muss. Die NATO müsse aufhören, nur mit leeren Drohungen zu reagieren, sondern aktiv Gegenmaßnahmen ergreifen und statt der ständigen Defensive in die Offensive gehen. Als Beispiel gibt er die Ukraine, wo Tiefschlagangriffe gegen die Logistik, die Kommandozentralen und die Luftwaffenstützpunkte der Russen sich als äußerst wirksam erwiesen haben. Mit den konkreten Vorbereitungen für einen Krieg mit dem benachbarten Russland hat Schweden innerhalb von nur zwei Jahren seine sicherheitspolitische Position komplett umgekrempelt. Vor dem überraschenden NATO-Beitritt im Jahr 2024 war das Land neutral und hat sich offiziell in beiden Weltkriegen nicht auf eine Seite gestellt.

Deutsch-schwedische Marschflugkörper im Fokus 

Zentral in der Kriegsplanung gegen Russland stehen die berüchtigten Taurus-Marschflugkörper, die von dem deutschen Rüstungsunternehmen MBDA in Zusammenarbeit mit dem schwedischen Waffenhersteller Saab Bofors Dynamics entwickelt wurden. Die unbemannten Lenkflugkörper haben eine Reichweite von 500 Kilometern und eignen sich besonders für die Zerstörung von stark geschützten Zielen wie feindliche Kommandozentralen, Bunker und befestigte Militäranlagen. Gleichzeitig untersucht die schwedische Regierung die Anschaffung von Langstreckenraketen, die die 1200 Kilometer von Stockholm bis Moskau überqueren können. Innerhalb der schwedischen Grenzen haben das Militär und der nationale Sicherheitsdienst mit einer genauen Untersuchung von russischem Eigentum im Land begonnen und bereits die Beschlagnahmung von Grundstücken und Immobilien durch den Staat beantragt. 

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Alexander Grünstedt