

Ein wichtiger deutscher Importeur hat Insolvenz angemeldet. Für die Bürger bedeutet das massive Lieferschwierigkeiten bei Autoersatzteilen für die russische Automarke Lada.
Schock in der Autobranche: Der deutsche Lada-Importeur stellt nach Insolvenz den Betrieb ein und beendet nach mehr als 50 Jahren am Markt den offiziellen Vertrieb. Die Lada Deutschland GmbH hat ihren Sitz in Buxtehude bei Hamburg. Bis zuletzt gelang es nicht, einen geeigneten und gewillten Investor zu finden.
Ersatzteile knapp und teuer
Für deutsche Autofahrer und Händler werden Ersatzteile und Serviceleistungen für bestehende Fahrzeuge knapp und teuer. Das Ende hatte sich allerdings schon angekündigt:
Der Geschäftsbetrieb in Buxtehude kam schon Ende 2025 weitgehend zum Erliegen und wurde im März 2026 endgültig eingestellt. Zehn Mitarbeiter waren weiterhin für das Unternehmen tätig.
Rückzug schon 2019
Schuld an der Pleite ist aber nicht etwa der Ukraine-Krieg, sondern der Rückzug des russischen Herstellers AwtoWAS aus Westeuropa im Jahr 2019. Als Begründung wurden damals verschärfte EU-Abgasvorschriften genannt, denen die Wagen nicht mehr entsprachen.
Importeur wurde kreativ
Damals war Renault der Mehrheitseigner und wollte Medienberichten zufolge keine zusätzliche Konkurrenz zur Budgetmarke Dacia im eigenen Konzern. Der Importeur in Buxtehude wusste sich aber zu helfen und holte die Fahrzeuge auf alternativen Beschaffungswegen ins Land, etwa den Geländewagen Niva. Der wurde zeitweise auch unter den Namen Lada 4 × 4 und Lada Taiga vermarktet.
Nach dem Beginn des Angriffskriegs auf die Ukraine verschlechterte sich die Lage aber dann erheblich. Das Geschäft war von den Sanktionen gegen Russland und weiteren Handelshemmnissen betroffen. Neufahrzeuge und Ersatzteile waren kaum noch zu bekommen. Die Insolvenz rückte immer näher und wurde jetzt zur Realität.
„Zweite“ Pleite auch bei Depot
Doch das ist nicht die einzige Pleite, die wenig überraschend kommt: Ende 2024 meldete der Wohnaccessoires Händler Depot zum ersten Mal Insolvenz in Eigenverwaltung an, und jetzt hat das fortführende Unternehmen, die GDC Deutschland GmbH, erneut Insolvenz angemeldet. Es wurde noch nicht beschlossen, welche Sanierungsmaßnahmen im zweiten Insolvenzverfahren zum Einsatz kommen sollen.