

Manchmal sind Nachrichten so erschütternd, dass man sie kaum fassen kann: Bei einem Amoklauf wurden 9 Menschen getötet und 27 weitere verletzt. Hier ist, was bisher bekannt ist.
Kanada trauert: In einer abgelegenen Stadt im Nordosten von British Columbia ereignete sich am Dienstag eine der tödlichsten Schießereien in der Geschichte des Landes. Details zu dem Vorfall werden nun bekannt.
Am Dienstagnachmittag gegen 13:20 Uhr Ortszeit wurde die Bevölkerung von Tumbler Ridge und Umgebung wegen eines Amokläufers in der Gemeinde in Alarmbereitschaft versetzt. Erst über vier Stunden später wurde die Entwarnung gegeben. Als kurz darauf erste Details bekannt wurden, breiteten sich Schock und Bestürzung aus.
Amoklauf an Schule
Eine Person mit einer Schusswaffe verschaffte sich Zugang zur Schule und gab mehrere Schüsse ab: Sieben Menschen starben und 27 wurden verletzt, zwei davon lebensgefährlich. Zwei weitere Leichen wurden später in einem Wohnhaus in der Nähe der Schule entdeckt.
Ebenfalls in der Schule: die Täterin selbst. Zunächst als Frau mit braunen Haaren und Kleid beschrieben, wurde ihre Identität nun als die 18-jährige Jesse Van Rootselaar aus Tumbler Ridge bekannt gegeben. Bei den in dem Haus gefundenen Opfern handelt es sich vermutlich um ihre Mutter und ihren Stiefbruder.
Erschütternde Enthüllungen bei Polizei-Pressekonferenz
Die eintreffenden Beamten sicherten zwei Waffen am Tatort. Wie CBC News berichtet, handelte es sich dabei um ein Langfeuerwaffe und eine modifizierte Handfeuerwaffe. Bislang ist das Motiv der Polizei noch unklar: Tumbler Ridge ist eine kleine Stadt, an deren Sekundarschule weniger als 175 Schüler eingeschrieben sind. Wie Bürgermeister Darryl Krakowka gegenüber CBC sagte: „Ich bin zusammengebrochen“, als er die Nachricht hörte. „Ich lebe seit 18 Jahren hier. Ich kenne wahrscheinlich jedes einzelne der Opfer.“
Bei einer Pressekonferenz gestern Abend gab der stellvertretende Kommissar Dwayne McDonald, der Kommandant der RCMP in British Columbia, bekannt, dass Jesse Van Rootselaar der Polizei bereits bekannt war: In den letzten Jahren waren Polizeibeamte wegen psychischer Probleme mehrfach zu Van Rootselaars Haus gerufen worden. Er sagte, dass einige dieser Einsätze mit Waffen zu tun hatten.
Kanadas Premierminister Mark Carney sagt Reisepläne ab
Nach dem Vorfall hat Kanadas Premierminister Mark Carney darum gebeten, dass alle Flaggen an Bundesgebäuden im ganzen Land auf Halbmast gesetzt werden. Darüber hinaus hat der Premierminister seine Reise zur Münchner Sicherheitskonferenz in dieser Woche abgesagt.
In einer Erklärung drückte der Premierminister sein Mitgefühl für die Familien der Opfer und die gesamte Stadt aus. Er sprach von früheren Tragödien – darunter das Massaker an der École Polytechnique, die Massenerschießung in Nova Scotia im Jahr 2020, die Schießerei in einer Moschee in Quebec City im Jahr 2017, der Busunfall in Humboldt, bei dem 2018 16 Menschen ums Leben kamen, und die Schießerei in La Loche im Jahr 2016. „Jedes Mal bricht es uns das Herz, jedes Mal zeigt es uns, wer wir sind“, sagte Carney.