

Beunruhigende Nachrichten verbreiten sich derzeit wie ein Lauffeuer in der Reisebranche: Europas größter Hotelbetreiber mit zahlreichen bekannten Marken hat Insolvenz angemeldet.
Das neue Jahr hat begonnen, und die Urlaubsbuchungssaison ist in vollem Gange. Doch nun sollten alle Urlauber besondere Vorsicht walten lassen: Europas größter Hotelbetreiber befindet sich in einer ernsthaften finanziellen Notlage.
Hilton, Mercure, Holiday Inn: Hotel-Riese meldet Insolvenz
Die Rede ist von der Revo Hospitality Group. Der Name kommt Ihnen nicht bekannt vor? Die Marken in ihrem Portfolio hingegen sicherlich schon. Darin finden sich nämlich Namen wie Hilton, Wyndham, IHG, Accor, Radisson, Hyatt, Mercure, ibis, Holiday Inn und Mövenpick – und viele mehr, die von Revo unter dem Namen einer bekannten Kette als Teil eines Franchise betrieben werden. Selbst das luxuriöse Steigenberger Icon Grandhotel Belvédère, bekannt als wichtiger zentraler Treffpunkt während des jüngsten Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos, ist auf der Website von Revo zu finden.
Wie RTL schreibt, ist die Gruppe in den letzten Jahren rasant gewachsen. Während im Jahr 2020 nur 51 Hotels zum Unternehmen gehörten, betreibt es heute über 250 Hotels in 12 europäischen Ländern. Zu den jüngsten Neuzugängen zählen Vienna House und Centro Hotels. Insgesamt also eine beeindruckende Ansammlung bekannter Namen. Wie kann eine solche Gruppe insolvent werden?
Revo Hospitality Group: Seit Monaten in finanziellen Schwierigkeiten
Die Gründe dafür sind laut Insolvenzantrag vielfältig, aber einige davon werden denjenigen bekannt vorkommen, die Berichte über andere Insolvenzen der letzten Zeit gelesen haben: Gestiegene Mietkosten sowie höhere Löhne, Energie- und Lebensmittelpreise bereiten Revo Probleme. Bereits in den letzten Monaten des Jahres 2025 hatte die Gruppe Schwierigkeiten, ihre Zahlungen zu begleichen.
Mit dem Insolvenzantrag sind nun zumindest die Löhne der Revo-Mitarbeiter bis März gesichert. Unterdessen plant die Gruppe mit Sitz in Berlin im Rahmen ihrer Insolvenz in Eigenverwaltung eine umfassende Sanierung. Langfristig wird laut Branchenberichten wahrscheinlich ein neuer Investor gesucht werden. Es ist auch möglich, dass einzelne Hotels oder Teile der Kette verkauft werden.
Hinweise für Reisende und Urlauber
Der Betrieb der Hotels soll vorerst wie gewohnt weiterlaufen, bestehende Buchungen sollen eingehalten werden. Wer einen Urlaub oder eine Städtereise plant, sollte jedoch genauer hinschauen, wer das ausgewählte Hotel betreibt. Wie das Branchenmagazin „Hotel vor 9“ warnt, kann es bei einer Zerschlagung der Gruppe zu großer Unsicherheit kommen: Verträge für Vermietungen und Lieferungen sowie Marken müssen neu abgeschlossen werden. Der neue Betreiber könnte auch größere Veränderungen und Umbauten vornehmen. Selbst kurzfristige Hotelschließungen sind möglich.
Aus diesem Grund sollten Reisende darauf achten, dass sie Buchungen mit flexibler Stornierung vornehmen und eine Zahlungsmethode wählen, die Käuferschutz bietet. In der heutigen Zeit sind dies ohnehin sehr empfehlenswerte Vorsichtsmaßnahmen bei allen Urlaubsbuchungen.