

Der wöchentliche Lebensmitteleinkauf kann manchmal schon stressig genug sein – was man da wirklich nicht braucht, sind unerwartete Änderungen. Doch für Kunden von Lidl, Kaufland & Netto ist genau das derzeit der Fall – und leider nicht in jedem Fall auf positive Weise.
Niemand wartet gerne in einer endlos langen Schlange an der Kasse: Um den Ablauf schneller und effizienter zu gestalten, arbeiten Supermärkte daher an immer neuen Möglichkeiten, wie Sie für Ihren Einkauf bezahlen können, wobei der Fokus derzeit vor allem auf dem Selbstbedienungsbereich liegt. Gleichzeitig stehen sie vor einer immer größeren Herausforderung: dem Ladendiebstahl. Hier sind die Änderungen, an denen Lidl, Kaufland und Netto arbeiten.
Lidls SB-Kassen werden mit KI ausgestattet
Lidl führt derzeit neue Technologie in seinen Filialen ein: Im Laufe dieses Frühjahrs soll jede zweite der 3250 Lidl-Filialen in diesem Land mit KI-gestützten Kameras ausgestattet werden, die die SB-Kassen überwachen. Diese haben zwei Zwecke: Zum einen sollen sie den Kunden helfen, ihre Artikel schneller zu scannen, insbesondere Obst und Gemüse. Während es derzeit mühsam ist, sich durch eine Vielzahl von Menüs zu kämpfen, nur um beispielsweise ein paar Bananen zu kaufen, müssen Kunden bald nur noch „Obst“ und „Bio“ oder „nicht-Bio“ auswählen, und die automatische Erkennungssoftware der Kameras erledigt den Rest.
Der zweite Zweck des Systems besteht darin, Diebstahl zu verhindern – die Kameras überwachen genau, was gescannt wird, und wenn ein Artikel, der nicht gescannt wurde, in den Verpackungsbereich gelangt, ertönt ein Alarm und auf dem Bildschirm erscheint eine Meldung, die auf einen „nicht erkannten Artikel“ hinweist und Sie auffordert, diesen zu scannen.
Netto-Kunden erleben böse Überraschung an der SB-Kasse
Selbstbedienungskassen sollen das Bezahlen schneller und einfacher machen. Wie oft haben wir schon in der Schlange an der normalen Kasse gestanden, nur um dann die Geduld zu verlieren und stattdessen zur SB-Kasse zu gehen? Genau hier erleben einige Netto-Kunden derzeit eine sehr böse Überraschung. Netto führt ein neues System ein: Nur wer die App des Discounters oder die Payback-App installiert und sich dort registriert hat oder eine Payback-Karte besitzt, kann weiterhin an den SB-Kassen bezahlen.
Der Grund für diese Einschränkung ist nicht sofort ersichtlich. Wie t-online berichtet, war Netto Marken-Discount nicht bereit, auf ihre Anfrage zu antworten. Derzeit gilt die neue Einschränkung nur für wenige Filialen – es ist von einem Pilotprojekt die Rede. Ob sie in Zukunft auf weitere oder alle Filialen ausgeweitet wird, ist unklar. Die Folge ist natürlich, dass mehr Menschen die regulären Kassen nutzen müssen, was längere Wartezeiten für alle bedeutet – oder die erforderliche App installieren müssen.
Kaufland setzt auf Selbstbedienung
Während Netto offenbar mit Einschränkungen experimentiert, vertritt Kaufland die Ansicht: Je mehr Optionen, desto besser. Wie der „Merkur“ berichtet, hat die Supermarktkette angekündigt, bis Ende dieses Jahres bundesweit über 8000 Selbstbedienungskassen in ihren Filialen im Einsatz zu haben. Zu den Zahlungsmöglichkeiten an jeder Kasse gehören Barzahlung, Karte, App oder Kaufland Pay. Doch das ist noch nicht alles.
Um das Einkaufen noch schneller und effizienter zu gestalten, baut Kaufland zudem sein K-Scan-System in ausgewählten Filialen deutschlandweit aus: Hier können Kunden mit der Kaufland Card XTRA am Eingang einen Handscanner abholen oder die App auf ihrem Smartphone nutzen, um Artikel zu scannen, sobald sie diese in ihren Einkaufswagen legen. Am Ende können sie ihre Artikel dann einfach bezahlen, indem sie einen QR-Code an der SB-Kasse scannen.