Feuer, Erdbeben und verheerender Erdrutsch: Ganz Italien wird zum Krisengebiet

Die Italiener haben es zurzeit nicht leicht. Wo man im Land auch hinsieht, hinterlassen verheerende Naturkatastrophen ihre unauslöschlichen Spuren. Kaum wurde ein riesiger Waldbrand am Lago Maggiore im Norden des Landes unter Kontrolle gebracht, sorgen mehr als 60 Erdbeben innerhalb von 24 Stunden in der Neapel-Region im Süden für Angst und Schrecken. Gleichzeitig wird das Land nach einem massiven Erdrutsch, dessen Folgen wahrscheinlich über Jahre hinweg bestehen bleiben, in zwei Teile geteilt. Das italienische Parlament muss jetzt in einer Krisensitzung entscheiden, wie das Land die Resultate der einzelnen Katastrophen beheben wird. 

Waldbrand zerstört Urlaubsregion 

Den Auftakt zu der Katastrophenserie machte ein gewaltiger Waldbrand im Urlaubsparadies Lago Maggiore in der Nacht zum Ostersonntag. Ein Berggipfel fing aus bisher unbekannten Ursachen Feuer und verwandelte innerhalb kürzester Zeit die Region in ein Flammenmeer. Viele der Anwohner im lombardischen Varese mussten Ostern in Notunterkünften verbringen, nachdem mehrere Ortschaften evakuiert wurden. Mehr als zehn Hektar Land, zumeist Wald, wurden durch das Feuer vollständig zerstört, weitere 30 Hektar sind betroffen. Die Feuerwehr vor Ort konnte jedoch ein Übergreifen der Flammen auf Häuser noch rechtzeitig verhindern und meldet lediglich verbrannte Gartenzäune. Keiner kam bei den Lösch- und Rettungsarbeiten zu Schaden. 

Schwere Erdbebenserie erschüttert Neapel-Region 

Ein Massenvorkommen von rund 60 Erdbeben in der vulkanischen Region zwischen den Phlegräischen Feldern außerhalb Neapels und dem Vesuv sorgte für erneute Angst, dass die beiden Supervulkane kurz vor dem Ausbruch stehen. Die Region erhielt eine Atempause von sechs Monaten, in denen sich die Erde augenscheinlich nach einer Serie von schweren Beben beruhigt hatte. Am vergangenen Dienstag begann jedoch eine neue Serie von Erdbeben, die eine Stärke von 3,2 auf der Richterskala erreichten. Erschrockene Anwohner in den Vorstädten von Neapel wurden aus dem Schlaf gerissen, und Vulkanologen warnten wiederum davor, dass ein Ausbruch des Supervulkans längst überfällig ist. Sollten die Phlegräischen Felder oder der Vesuv von einem Vulkanausbruch in der nahen Zukunft betroffen sein, müssen sich ungefähr 4,4 Millionen Menschen auf die Flucht begeben. Nach Angaben von Erdbeben- und Vulkanforschern ist die Region bisher nur unzureichend auf die unmittelbar bevorstehende Katastrophe vorbereitet. 

Italien durch Erdrutsch gespaltet 

Neben den Sorgen über Waldbrände, Erdbeben und Vulkanausbrüche fügt sich jetzt auch noch ein massiver Erdrutsch zu den italienischen Problemen hinzu. Die Katastrophe begann in der Nähe der Kleinstadt Petacciato an der Adriaküste und zerstörte innerhalb von Minuten die wichtigste Infrastruktur Italiens, die den Süden mit dem Norden verbindet. Nicht nur der Straßenverkehr, insbesondere die Autobahn A14, sondern auch der Zugverkehr in der Region musste eingestellt werden, weil die Oberfläche zu riesigen Löchern in der Oberfläche und verbogenen Schienen führte. Schulen in der Molise-Region bleiben auch in dieser Woche geschlossen und man wartet mit unerträglicher Spannung, ob sich der Erdrutsch erweitern und den Zugang zur Adriaküste endgültig auf dem Landweg unzugänglich machen wird. 

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Alexander Grünstedt