

Ob Fastnacht, Fasching oder Karneval: Die närrischste Zeit auf deutschen Straßen steht wieder bevor und viele Bürger im ganzen Land stellen im Augenblick ihre Kostüme zusammen oder machen Pläne, wie sie die Tage verbringen werden. Die Festivitäten bieten eine willkommene Abwechslung im winterlichen Deutschland. Jetzt warnt der Bund Deutscher Karneval (BDK) in einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ davor, dass bundesweit viele Karnevalsvereine die Kosten für die Veranstaltungen und Umzüge nicht mehr tragen können. Die Karnevalsaktivitäten in diesem Jahr könnten die letzten sein, sollten der Bund und die Länder nicht mit Finanzspritzen einspringen. Hilfe von den eigenen Städten, Kommunen und Gemeinden ist nicht zu erwarten, denn auch dort sind die Kassen leer.
Saarland und Bayern besonders stark betroffen
Wenn es um die Kosten für Fastnachtsveranstaltungen geht, stehen nicht nur die immer größer werdenden Vorsichtsmaßnahmen gegenüber Terrordrohungen im Fokus. Auch die deutsche Bürokratie nimmt wenig Rücksicht auf närrische Freiheiten und hält die Hände auf. Im Saarland, wo die Situation besonders prekär ist und mehrere Karnevalsumzüge schon in diesem Jahr nur durch private Spenden ermöglicht werden, beschwert man sich über die enormen Kosten, die durch Ausrichtungen und Genehmigungen von Umzügen entstehen. Unter anderem belasten Gebühren für TÜV, DEKRA oder KÜS-Prüfung für jeden einzelnen Umzugswagen und Rechnungen für sogenannte Brauchtumsgutachten die Vereine schwer und viele fragen sich, ob sich eine Straßenfastnacht überhaupt noch lohnt. In Bayern haben viele Gemeinden den jährlichen Zuschuss zu Faschingsaktivitäten aus Einsparungsgründen gekündigt, was die Karnevalsvereine an den Rand der Insolvenz treibt. Dort erwägt man nun, in Zukunft nur noch Umzüge gegen eine heftige Eintrittsgebühr zu veranstalten.
Big Business in Köln
Gleichzeitig berichtet der „Spiegel“ heute, dass besonders Fastnacht der deutschen Wirtschaft zugutekommt. In diesem Jahr erwartet das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) bundesweite Einnahmen aus dem Fastnachtsgeschäft von etwa zwei Milliarden Euro. Neben der Gastronomie profitiert besonders der angeschlagene Einzelhandel von der Fastnachtszeit durch Einnahmen vom Verkauf von Kostümen, Kamelle und anderen Karnevalsartikeln. Hier gibt es allerdings enorme regionale Unterschiede und der Großteil des Fastnachtsumsatzes entsteht in Köln, wo man in diesem Jahr Einnahmen von etwa 850 Millionen Euro erwartet.