China dringt in deutsche Zone ein

Nicht nur Öl und die Spritpreise an den Tankstellen haben eine enorme Bedeutung für die deutsche Wirtschaft. Im Laufe der letzten Jahrzehnte und der digitalen globalen Umwälzungen werden Rohstoffe wie seltene Erden und Metalle von immer größerer Bedeutung. Kaum ein elektronisches Gerät oder Gadget kann heutzutage ohne diese Rohstoffe auskommen, und China hält als größter Exporteur weltweit hier die Oberhand. 

Viele Regierungen und Forscher weltweit vermuten allerdings, dass sich gerade diese Rohstoffe auf den Böden der Ozeane befinden, und haben mit Untersuchungen oder sogar schon Ausgrabungen begonnen. Auch Deutschland beteiligt sich an diesen Untersuchungen und hat in diesem Zusammenhang ein Gebiet von etwa 10 000 Quadratkilometern im Indischen Ozean von der Internationalen Meeresbehörde (IMB) erhalten. Allerdings sind dort auf dem deutschen Gebiet vor wenigen Wochen chinesische Schiffe eingedrungen. 

Kampf um den Meeresboden 

Neben Deutschland haben auch Frankreich, Polen, Südkorea und Indien Sondierungszonen im gleichen Gebiet. Auch dort sind zuvor chinesische Schiffe eingedrungen, jedoch immer mit Vorwarnung über die Besuche und dem Hinweis, dass Forschungen in solchen Gebieten gemäß dem Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen (UNCLOS) zulässig sind. Nach Angaben der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), die für das deutsche Gewässer und den darin befindlichen Meeresboden verantwortlich ist, wurde Deutschland keine solche Vorwarnung gegeben. Internationale Beobachter gehen davon aus, dass China den Meeresboden kartiert, um nach Bergbaumöglichkeiten im Tiefseebett außerhalb der chinesischen Gewässer zu suchen. Indien hingegen beschuldigt China, Forschungsschiffe als Tarnung für Bahnverfolgungsschiffe zur Spionage einzusetzen. Ein besonderer Dorn im Auge ist die „Shi Yan 6“, die sich für längere Zeit in den an Deutschland zugewiesenen Gewässern aufgehalten hat.  

Deutschland kritisch zum Tiefseebergbau 

Laut einer Meldung des Umweltbundesamts (UBA) stellt sich die deutsche Regierung zwar kritisch zum Bergbau auf dem Meeresboden, weist aber gleichzeitig darauf hin, dass sich dort wahrscheinlich eine Lösung für die globalen Rohstoffengpässe befinden könnte. Die Forschung im Indischen Ozean dient in erster Linie Untersuchungen darüber, was sich dort befindet und inwieweit dies schonend gewonnen werden könnte. Ein scharfer Eingriff durch herkömmliche Abbaumethoden könnte sich als überaus schädlich für die Umwelt erweisen und zu weiteren Naturkatastrophen führen.  Dennoch nimmt der Tiefseebergbau in allen Ozeanen zu. In den meisten Fällen wollen Länder ihre Abhängigkeit von China minimieren und ihre eigenen Industrien vor Engpässen schützen. Zuletzt hat Japan bekannt gegeben, vor seiner Küste mit dem Tiefseebergbau begonnen zu haben. 

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  • Unabhängig von der Bedeutung solcher Rohstoffe für ALLE,WER FRAGT nach den Folgen eines Abbaus in der Meerestiefe??? Klimaschutz Artenschutz Abbau schonend für die Umwelt und dem Klimaschutz. Wer es annimmt das es so ist, ist ein Träumer!

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Alexander Grünstedt